Viele Facetten

Gender- & diversityfreundlich
Medien gestalten

Begriffserklärungen

Nachfolgend werden Begriffe erläutert, die im Kontext gender- und diversityfreundlicher Kommunikation häufig Verwendung finden.

Gender

Die englische Sprache kennt hier Unterscheidungen, die in der deutschen Sprache nicht in gleicher Weise erfasst sind. Es gibt im Englischen den Begriff "sex" für die biologisch definierten Aspekte des Geschlechts, also die Chromosomenstruktur, die Unterschiede in der Hormonausstattung, die Unterscheidung hinsichtlich der Keimdrüsen und natürlich die gesamte Morphologie der Geschlechter, also primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale, aber auch der gesamte Körperbau, der ebenfalls Differenzen zwischen Frauen und Männern aufweist.

Mit "gender" sind die sozial, kulturell, ökonomisch und politisch definierten Aspekte des Geschlechts, der gesamte Komplex der Geschlechterrollen mit allen entsprechenden Zuschreibungen, Erwartungen und Konnotationen gemeint. Gender verweist demnach nicht unmittelbar auf die körperlichen Geschlechtermerkmale. Der Begriff bezeichnet alles, was in einer Kultur oder Gesellschaft als typisch für ein bestimmtes Geschlecht angesehen wird (z.B. Kleidung, Beruf, Eigenschaften, aber auch Erwartungen, Handlungsmuster etc.). Gender betrifft Geschlechterbilder bzw. stereotype Vorstellungen, die wir davon haben, was männlich oder weiblich ist.

Doing Gender

Mit dem Begriff "doing gender" ist der Prozess gemeint, in dem Gender, d. h. die Geschlechteridentitäten, Geschlechterrollen etc. in den alltäglichen Interaktionen hergestellt und bestätigt werden. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern werden im gegenseitigen Miteinander und der sozialen Praxis produziert sowie dauerhaft verfestigt.

Demnach hat man sein "Geschlecht" nicht einfach von Natur aus oder nur durch die Erziehung bzw. Sozialisation, man muss sich auch geschlechtstypisch verhalten. Dieses Verhalten ist vor allem orientiert am Wissen darüber, wie man sich als "Mann" oder "Frau" zu verhalten hat.

In unserem alltäglichen wie auch professionellen Tun agieren wir auch immer mit bestimmten Geschlechterbildern, die wir im Kopf tragen, und positionieren uns über das eigene Handeln in Bezug auf Geschlecht. Wir greifen auf stereotype Muster zurück, wir stören oder irritieren – vielleicht bewusst – die bestehende hierarchische Geschlechterordnung. In unserem Handeln stellen wir Geschlecht in unterschiedlichen sozialen Zusammenhängen her, wir verfestigen und – vor allem – hierarchisieren. Geschlecht ist nicht etwas, das wir haben, sondern tun.

Diversität

Menschen sind vielfältig. Um Vielfalt fassbar und beschreibbar zu machen, aber auch, um Benachteiligungen verorten zu können, wurden die sogenannten "Dimensionen von Diversität" eingeführt. Die "Kerndimensionen" oder "inneren Dimensionen" gelten als vom Individuum relativ unveränderbar und werden auch in entsprechenden Gleichbehandlungsgesetzen berücksichtigt.

Kerndimensionen sind:

  • Geschlecht
  • nationale Herkunft, Ethnie
  • soziale Herkunft
  • sexuelle Orientierung
  • Alter
  • geistige und körperliche Fähigkeiten
  • Religion/ Weltanschauung

Gender Mainstreaming

ist eine politische Strategie und bringt die Genderperspektive in alle (politischen) Entscheidungsprozesse ein. Gender Mainstreaming bedeutet ein systematisches Einbeziehen der jeweiligen Situation, der Prioritäten und der Bedürfnisse von Frauen und Männern in allen Politikfeldern. Mit Blick auf die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern werden sämtliche politischen Maßnahmen und Konzepte an diesem Ziel ausgerichtet. Von der Planungsphase über Durchführung und Begleitung bis hin zur Bewertung der betreffender Maßnahmen können deren Auswirkungen auf Frauen und Männer berücksichtigt werden.

"Gender Mainstreaming besteht in der (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung politischer Prozesse mit dem Ziel, eine geschlechterbezogene Sichtweise in alle politischen Konzepte auf allen Ebenen und in alle Phasen durch alle an politischen Entscheidungen beteiligte Akteurinnen und Akteure einzubeziehen." (Deutsche Fassung des Berichts des Europarats 1998)

Barrierefreiheit

bedeutet, dass Gegenstände, Medien, bauliche Anlagen, Verkehrsmittel und andere Lebensbereiche so gestaltet sind, dass sie für jeden Menschen, unabhängig von einer vorhandenen Behinderung, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

Weitere Informationen dazu finden Sie im Handbuch für barrierefreies Wohnen des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz.

Generisches Maskulinum

ist die verallgemeinernde, grammatikalisch männliche Bezeichnung. Traditionelle Formulierungen wie "der unbekannte Spender" oder "Treffen der Bundeskanzler" sind insofern generische Maskulina, da mindestens ein Teil der damit Bezeichneten weiblich sind oder sein können.